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Klima-Gerüchteküche

Foto: NMZ Archiv

Gerücht Nr. 1

„Fleischkonsum schadet dem Klima nicht“
Doch! Gründe hierfür sind…

1.
Pupsende und rülpsende Kühe
In Kuhmägen entsteht Methan. Dies ist ein sogenanntes Treibhausgas und jede Kuh stößt es durch Pupse und Rülpser aus. Methan hat eine 23-mal größere Treibhauswirkung als CO2 und mehr als die Hälfte der globalen Methan-Emission gehen auf die Verdauung von Rindern, Schafen und anderen Wiederkäuern zurück.
2.
Abholzung von Waldflächen
Von den weltweit abgeholzten Flächen werden über 2/3 als Weiden genutzt. Fast der gesamte Rest dient als Anbaufläche für Futtermittel. Eigentlich nehmen Bäume CO2 auf, doch durch das Fällen von großen Waldflächen verlieren wir viele dieser natürlichen CO2-Speicher.
3.
Getreide-Verschwendung
Obwohl auf der ganzen Erde über eine Milliarde Menschen hungern, wird fast die Hälfte des weltweit geernteten Getreides an Vieh verfüttert. Und um nur ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen, muss ein Vielfaches an Getreide verfüttert werden.
4.
Wasser-Verschwendung
Zum einen brauchen die Tiere natürlich selbst Wasser zum Trinken. Aber auch zur Bewässerung des angepflanzten Futtermittels verwendet man Trinkwasser. An der gesamten Produktions- und Verarbeitungskette werden immense Mengen an Wasser verbraucht.

 

Foto: NMZ Archiv

Gerücht Nr. 2

„Flugzeuge sind klimafreundlicher als Autos“
Irrtum! Denn...



Im Vergleich zu einem modernen Mittelklasse-Pkw stößt ein Flugzeug pro Person und Kilometer mehr als doppelt so viel CO2 aus.

     Vergleich der CO2-Emission von Flugzeug, Pkw, Bahn, Bus und Fahrrad

Fahrzeug
CO2-Emission in g/km pro Person
 
Flugzeug
380

Moderner Mittelklasse-Pkw
150

Bahn
40

Reisebus
20

Fahrrad
0

      Bei der Berechnung der Klimawirkung von Flügen spielen aber auch noch
       einige andere Faktoren eine Rolle:
       - die Bildung von Schleierwolken und Kondensstreifen, die eine
          Rückstrahlung der Erdwärme ins Weltall behindern
       - der Aufbau von dem Treibhausgas Ozon in sensiblen atmosphärischen
          Höhen
       - der Abbau von Methan

       Um also die tatsächliche klimaschädliche Wirkung des von Flugzeugen
       verursachten CO2-Ausstoß beschreiben zu können, muss man sie um den
       Faktor 3 erhöhen.

Foto: NMZ Archiv

Gerücht Nr. 3

„Der Treibhauseffekt existiert gar nicht“
Eben doch!

 



1.

Der natürliche Treibhauseffekt sorgt dafür, dass auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von ca. 15°C herrscht, wodurch das Leben auf der Erde überhaupt erst möglich wird. Ohne ihn läge die durchschnittliche Erdtemperatur bei -18°C. Etwa zwei Drittel des natürlichen Treibhauseffektes gehen auf Wasserdampf, das stärkste natürliche Klimagas, zurück.

Der Treibhauseffekt entsteht dadurch, dass kurzwellige Strahlen der Sonne zur Erde durchdringen können, aber nicht alle Wärmestrahlungen der Erde wieder abgegeben werden können. Sie bleiben über einen sehr langen Zeitraum in der Atmosphäre erhalten.

Durch vom Menschen ausgestoßene Treibhausgase wir der natürliche Treibhauseffekt verstärkt und die durchschnittliche Erdtemperatur steigt: es kommt zum klimaschädlichen Treibhauseffekt.

Über ein Viertel dieses Treibhauseffekts geht auf die Energieversorgung zurück, die Industrie verschuldet noch fast ein Fünftel. Es folgt die Forstwirtschaft, Landwirtschaft und der Verkehr. Nur knapp ein Zehntel geht auf Wohn- und Betriebsgebäude und auf Abfall und Abwasser zurück.

 

Foto: NMZ Archiv

Gerücht Nr. 4

„Klimaschwankungen gab es doch schon immer“
Das stimmt, aber…



1.
… normalerweise verliefen Klimaschwankungen in einer Region über Jahrtausende und Tiere und Pflanzen hatten ausreichend viel Zeit, sich daran anzupassen.
Noch nie hat die Menschheit einen so rasanten Temperaturanstieg erlebt, wie in den letzten hundert Jahren: Um etwa 0,74°C ist die weltweite Durchschnittstemperatur gestiegen. Und sie steigt weiter.

Anhand verschiedener Szenarien berechneten Klimawissenschaftler, dass die Temperatur in diesem Jahrhundert noch um bis zu 6,4°C steigen könnte.

Die Wissenschaft warnt: Wenn die Temperaturen um mehr als 2°C gegenüber der Temperatur vor der Industrialisierung (ab 1750) ansteigen, müssten wir mit erheblichen Schäden für unsere Ökosysteme und mit Beeinträchtigungen des Klimasystems rechnen, die dann nicht mehr abzuwenden wären.

Schuld an den rapiden Veränderungen des Klimas ist der Wandel unseres Lebensstils seit Beginn der Industrialisierung Mitte des 18. Jahrhunderts und der damit verbundene hohe Ausstoß von Treibhausgasen.

Foto: NMZ Archiv

Gerücht Nr. 5

„Es gibt klimaneutrale Produkte“
Naja, das stimmt nicht ganz!






1.

Es gibt zwar etliche Textil-Hersteller, die „Klimaneutrale T-Shirts“ anbieten, und im Naturkosthandel sind „klimaneutrale Lebensmittel“ wie Bananen zu finden. Aber kein produziertes oder transportiertes Produkt kann komplett klimaneutral sein, denn Produktion und Handel sind immer mit einem gewissen Grad von Treibhausgas-Emission verbunden.

Womit meistens geworben wird, ist eine Herstellung „ausschließlich mittels erneuerbarer Energien“ oder z.B. mit Baumwolle aus 100% biologischem Anbau.

Ein anderes Verfahren sieht vor, dass an der gesamten Produktionskette die Treibhausgas-Ausstöße ermittelt werden. Anschließend wird ein Weg gesucht, diese Emission zu verringern und -falls möglich- zu neutralisieren.
„Neutralisieren“ bedeutet aber nur, dass ein Ausgleich für die entstehende Emission geschaffen wird, z.B. auf finanziellem Wege in einem Klimaschutz-Projekt. Dadurch wird der Treibhausgas-Ausstoß aber nicht gänzlich verhindert oder abgeschafft.

Foto: NMZ Archiv

Gerücht Nr. 6

„Atomenergie kann unser Klima retten“
Ganz bestimmt nicht!





1.
Zur Energiegewinnung wird in Atomkraftwerken Uran verbrannt. Doch in spätestens 65 Jahren werden die bekannten Uranvorkommen aufgebraucht sein. Dadurch wird keine Energiegewinnung mittels Atomkraft mehr möglich sein.
2.
Wenn man in Atomenergie investiert, behindert man den Ausbau von nachhaltigen und Ressourcen- schonenden Lösungen, wie z.B. die Nutzung von Sonnen- und Windenergie, aber auch Kleinwasserkraft, Biomasse oder Erdwärme.
3.
Außerdem ist Atomenergie durchaus ersetzbar, da sie bei der weltweiten Stromproduktion nur einen Anteil von etwa 17% hat.
4.
Auch wenn Atomkraftwerke kein CO2 in die Luft pustet, wie es Kohlekraftwerke tun, ist die Produktion von Atomstrom nicht CO2-neutral.
Denn wenn man sich den gesamten Lebenszyklus eines Atomkraftwerks ansieht („vom Uranabbau über die Anreicherung bis hin zur Endlagerung“) erkennt man, dass CO2 auch bei der Atomstrom-Produktion freigesetzt wird.

Foto: NMZ Archiv

Gerücht Nr. 7

„Als Einzelperson kann ich eh nichts bewirken“
Vielleicht doch!




1.
Hier ein paar Energie-Spar-Tipps für Jeden
-
Beim Verlassen eines Zimmers immer das Licht ausschalten.
-
Beim Kochen immer den Deckel auf den Topf. Dadurch wird weniger Hitze vom Herd benötigt, weil die Wärme nicht entweichen kann.
-
Regenwasser in einer Regentonne aufgefangen und damit Blumen gießen oder für die Klospülung verwenden.
-
Beim Baden werden bis zu 140 Liter Wasser verbraucht. Deswegen lieber Duschen: verbraucht nur etwa 40 Liter.
-
Energiesparlampen sparen bis zu 80 Prozent Strom gegenüber herkömmlichen Glühbirnen und halten bis zu zehn Jahre.
-
Geräte, die gerade nicht benutzt werden, nie in den Standby- Modus schalten, sondern immer ganz ausmachen, weil sie sonst trotzdem Strom benötigen.
-
Tiefkühlkost verbraucht in der Herstellung und Lagerung viel Energie. Deswegen lieber öfter frische Zutaten verwenden.
-
Auf der Toilette wenn möglich die Spültaste oder Stopptaste verwenden, damit nicht unnötig viel Wasser durchläuft.
-
Möglichst oft das Auto stehen lassen und laufen oder Fahrrad fahren. Für längere Strecken sind öffentlich Verkehrsmittel super.
-
Die Waschmaschine immer möglichst ganz voll machen und die kleinst mögliche Waschtemperatur wählen. Außerdem reicht oft schon die Hälfte des auf der Packung angegebenen Waschmittels.
-
Wäsche auf der Leine trocken: Das kostet gar keinen Strom, ganz im Gegensatz zu Wäschetrocknern.
-
Bei kurzen Computerpausen den Bildschirm ausschalten und bei längeren Pausen den PC ganz runterfahren und ausmachen.
-
Kurzes Stoßlüften bei ganz geöffnetem Fenster anstatt Dauerlüften.
-
Wird die Heizung um ein Grad Celsius runter gedreht, kann schon bis zu 6 % Energie eingespart werden. Außerdem keine Möbel direkt vor die Heizung stellen.
-
Ladegeräte fürs Handy oder den MP3-Player verbrauchen auch Strom, wenn das Gerät schon voll geladen ist oder schon gar nicht mehr angeschlossen ist. Deswegen immer das Netzkabel ziehen.
-
Frisches Obst aus der Gegend und passend zur Jahreszeit ist viel klimafreundlicher als Obst aus anderen Ländern. Denn dieses Obst hat einen langen, klimaschädlichen Transportweg hinter sich.
-
Fleischproduktion ist besonders klimabelastend. (Siehe auch Gerücht Nr. 1) Deswegen öfter mal vegetarisch essen.
-
Beim Backen den Ofen oft schon früher ausschalten, als es im Rezept steht, denn durch die Restwärme wird das Gericht fertig gebacken.
- Die Tür vom Kühlschrank immer nur so lange offen stehen lassen, wie es unbedingt sein muss. Ansonsten schnell wieder zu machen.