SCHLIESSEN

Suche

Kohlekommission

Ein großer Schritt für die Politik, aber ein kleiner Schritt fürs Klima

29.01.2019 | Nach der Entscheidung der Kohlekommission, den Kohleausstieg in Deutschland bis 2038 anzustreben, fangen auf nationaler Ebene auch die Energiekonzerne an, sich auf den Strukturwandel vorzubereiten. Bis 2023 soll deutschlandweit ein klarer Fahrplan stehen. Die Vertrauenspersonen der Volksinitiative Tschüss Kohle, Ulrike Eder, Dr. Ulf Skirke und Wiebke Hansen fordern, die rotgrüne Koalition auf, den Kohleausstieg in der Hamburger Fernwärme bereits bis 2025 umzusetzen.

"Der Vorschlag der Kohlekommission, die Kohle in Deutschland noch fast 20 Jahre brennen zu lassen, wird dem dramatischen Klimawandel nicht gerecht. Nach dem Hitzesommer 2018, vielen Extremwettereignissen und dem IPCC-Sonderbericht ist doch allen klar, dass wir viel schneller von den hohen CO2-Emissionen runter kommen müssen. Die Ergebnisse der UN-Klimaverhandlungen in Kattowitz und nun die zu schwache Einigung in der Kohlekommission zeigen eines ganz deutlich: Hamburg muss den Kohleausstieg jetzt selber machen." so Wiebke Hansen, Sprecherin und Vertrauensperson von Tschüss Kohle.

Tatsächlich genügen die aktuellen Anstrengungen wohl kaum um die Klimaziele Deutschlands bis 2020 umzusetzen. Dazu werden schlichtweg nicht genügend Kraftwerke in diesem Zeitraum abgeschaltet. "Statt 20 Gigawatt bis 2020 werden lediglich 12 Gigawatt bis 2022 stillgelegt" (Quelle: Klima-Allianz). Auch das Einhalten der Ziele aus dem pariser Klimaabkommen scheint recht ambitioniert, denn hierzu sind ebenfalls schnellere, drastischere Maßnahmen nötig. Hamburg könnte dabei einen wesentlichen Beitrag leisten, in dem es seinerseits die Fernwärmegewinnung durch Kohlekraft einstellt.

Bald befindet sich die Fernwärme mit den Kohlekraftwerken Tiefstack und Wedel in öffentlicher Hand. In einem Statement der Volksinitiative Tschüss Kohle heißt es: "Der Senat müsse den direkten Zugriff auf die Kohlekraftwerke nutzen und sie verbindlich bis 2025 stilllegen oder umrüsten. Der Kohleausstieg in der Fernwärme sei der einfachste und wirksamste Weg, die Hamburger Treibhausgasemissionen schnell zu senken. Ein Verzögern wäre unverantwortlich."