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Pressemitteilung Germanwatch

Historischer Durchbruch mit weltweiter Relevanz bei "Klimaklage"

30.11.2017 | Der peruanische Bergführer Saúl Luciano Lliuya gegen RWE: Nach der rechtlichen Debatte folgt nun die wissenschaftliche Beweisführung vor Gericht - Investoren weltweit müssen ab jetzt neue Klagerisiken beachten

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Hamm (30. Nov. 2017). Die heute verkündete Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm für den Eintritt in die Beweisaufnahme im Fall Saúl Luciano Lliuya gegen RWE ist von größter rechtlicher Bedeutung. Erstmals hat ein Gericht bejaht, dass prinzipiell ein privates Unternehmen für seinen Anteil an der Verursachung klimabedingter Schäden verantwortlich ist. Dies gilt dann, wenn ein Anteil konkreter Schäden oder Risiken für Privatpersonen oder ihr Eigentum den Aktivitäten des Unternehmens zugeordnet werden kann.

(...)

Für den konkreten Fall heißt das, dass das Verfahren nun in die nächste Etappe geht - die Beweisaufnahme. Nachdem die rechtliche  Begründung für diesen Fall vom Gericht akzeptiert ist, geht es nun darum, die konkreten Behauptungen des Klägers vor Gericht zu belegen: Ist das Haus von Saúl Luciano Lliuya tatsächlich akut bedroht durch eine Gletscherflut? Betragen die historischen Emissionen von RWE tatsächlich etwa ein halbes  Prozent der globalen Emissionen seit Beginn der Industrialisierung? Und kann bewiesen werden, dass dieser Anteil an den Emissionen zum Risiko einer Überflutung beigetragen hat? Diese und weitere Fragen werden nun eine Rolle spielen.

 

Lesen Sie auch die Pressemitteilung des Oberlandesgerichts Hamm

 

Alle Hintergründe zum "Fall Huaraz" sowie den vollständigen Artikel finden Sie unter: http://germanwatch.org/de/der-fall-huaraz