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Beschluss der 12. Synode der EKD

Konsequente Umsetzung des Weltklimaabkommens von Paris

14.11.2016 | Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland zeigt mit ihrem Beschluss auf, dass es der Bundesregierung bislang nicht gelungen ist, sich auf einen Klimaschutzplan 2050 zu verständigen, mit dem Deutschland die Ziele des Weltklimaabkommens von Paris erreichen kann. Nun soll der Rat der EKD bei der Bundesregierung darauf hinwirken, dass Deutschland sich auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch für eine ambitionierte und verbindliche Umsetzung des Abkommens weltweit, aber auch innerhalb Deutschlands einsetzt.

09. November 2016

Auszüge aus dem Beschluss:

Zum Zeitpunkt der EKD-Synode berät der 22. Weltklimagipfel vom 7.-18. November in Marrakesch Fragen der praktischen Umsetzung. Den ambitionierten Zielen müssen nun entsprechende Taten folgen. 80 % der heute bekannten Kohlereserven, 30 % des Erdöls sowie 50 % des Erdgases dürfen nicht verwendet werden, selbst wenn sie kostengünstig gefördert werden könnten. Der zügige und konsequente Ausstieg aus der fossilen Energieerzeugung ist daher von entscheidender Bedeutung.
Deutschland trägt dabei besondere Verantwortung – nicht nur als Land, dessen industrielle Vergangenheit viel zum bisherigen Klimawandel beigetragen hat und weiterhin beiträgt.


Mit großer Sorge sehen wir, dass es der Bundesregierung bislang nicht gelungen ist, sich auf einen ambitionierten Klimaschutzplan 2050 zu verständigen, der schlüssig aufzeigt, wie Deutschland die Ziele des Weltklimaabkommens von Paris erreichen will. Dies ist ein entmutigendes Signal an die
Völkergemeinschaft und die Verhandlungen von Marrakesch.
Die Synode bittet den Rat der EKD, bei der Bundesregierung darauf hinzuwirken, dass Deutschland sich auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch dafür einsetzt, dass verbindliche und zielführende Mechanismen zur Umsetzung und Kontrolle des Weltklimaabkommens vereinbart werden, sodass umgehend der
Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung, der Ausbau der Erneuerbaren und der Aufbau klimaverträglicher Infrastruktur weltweit an Dynamik
gewinnen. Dabei müssen die Bedürfnisse der ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen im Vordergrund stehen und konsequent ein menschenrechtsbasierter Ansatz verfolgt werden,
die internationale Finanzierung von Klimaanpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen in armen Ländern kontinuierlich an die wachsenden Herausforderungen angepasst wird.
......
Die Synode bittet den Rat der EKD weiterhin, bei der Bundesregierung darauf hinzuwirken, dass
sie noch umgehend / bis zum Ende des Jahres einen ambitionierten "Klimaschutzplan 2050" verabschiedet, mit dem die Pariser Klimaschutzziele umgesetzt und die Energiewende in Deutschland sozial- und naturverträglich gestaltet wird.

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Die Synode bittet sowohl die EKD als auch alle Gliedkirchen und Werke wegen der Notwendigkeit des Ausstiegs aus den fossilen Energieträgern, ihr
Anlagekapital im Zuge einer nachhaltigen Anlagestrategie aus Branchen der fossilen Energieträgergewinnung und Energieerzeugung sukzessiv abzuziehen
(Divestment) und dem Vorbild des ÖRK, der Church of Sweden, Church of England, United Church of Christ, EKHN sowie weiterer kirchlicher und kommunaler Akteure zu folgen.
.....
Auf unserem Planeten reisen wir nicht alleine. Wir tragen Verantwortung, dass Menschen in Nord und Süd, heutige und zukünftige Generationen
menschenwürdig leben können. Die Zeit drängt. Das völkerrechtlich verbindliche Weltklimaabkommen von Paris ist eine große, vielleicht die letzte Chance, einen drohenden katastrophalen Klimawandel abzuwenden.

Zum vollständigen Beschluss der EKD Synode


Magdeburg, den 9. November 2016
Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland
Dr. Irmgard Schwaetzer