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Pressemitteilung der Klima-Allianz Deutschland

RWE nutzt politisches Machtvakuum aus

27.11.2017 | Zivilgesellschaft fordert Aus für Rodung des Hambacher Waldes.

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Berlin, 24.11.2017 - Der Hambacher Wald droht weiterhin den Baggern von RWE zum Opfer zu fallen, denn heute wurde die Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Tagebau Hambach abgewiesen. Allerdings ist das noch nicht die letzte Entscheidung in der Sache. Der Energiekonzern RWE hatte in der aktuellen Verhandlung ein Vergleichsangebot des Gerichts abgelehnt, welches den Hambacher Wald verschont hätte trotz Fortführung der Braunkohlenförderung. Dazu erklären die Klima-Allianz Deutschland, der BUND und 50 weitere Organisationen.

 

"Wir fordern den Energiekonzern RWE auf, die Rodungssaison 2017/2018 im Hambacher Wald auszusetzen. Der Erhalt des Hambacher Waldes ist ein Symbol dafür, dass Deutschland das Pariser Klimaabkommen ernst nimmt. Der Klimawandel zerstört zunehmend die Lebensgrundlagen der Menschen vor allem in armen Ländern und verschärft Hunger und Armut. Gerade im Rheinischen Braunkohlerevier wird sich zeigen, ob die zukünftige deutsche Bundesregierung gewillt ist, den Klimawandel auf deutlich unter 2°C zu begrenzen. Zum Erreichen des deutschen Klimaziels 2020 muss die älteste und dreckigste Hälfte der Kohlekraftwerke in Deutschland in den nächsten Jahren abgeschaltet werden [1]. Die Braunkohleblöcke des vom Tagebau Hambach versorgten Kraftwerks Niederaußem gehören zu den dreckigsten Kraftwerken in Europa [2]. Bei einer zusätzlichen Abschaltung von Kohlekraftwerksblöcken stehen sie weit oben auf der Abschaltliste. Die aktuell geplanten Abbaugrenzen im Tagebau Hambach wären damit hinfällig. Dies verdeutlicht die Sinnlosigkeit der unumkehrbaren Zerstörung des Waldes.

 

RWE ignoriert das Pariser Klimaabkommen und will Fakten schaffen bevor die zukünftige Bundesregierung Entscheidungen zum Kohleausstieg treffen kann. Der Kohleausstieg steht im Zentrum der politischen Debatte in Deutschland und es liegt an der zukünftigen Bundesregierung zu entscheiden, welche Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Alle demokratischen Parteien haben sich zur Einhaltung des Klimaziels 2020 bekannt, welches von einer schwarz-gelben Bundesregierung beschlossen wurde.

 

Aus Respekt vor demokratischen Entscheidungsprozessen sollte RWE keinen weiteren Baum im Hambacher Wald fällen, angesichts der anstehenden Entscheidungen über einen Kohleausstieg.

 

Die unterzeichnenden Organisationen fordern RWE und die NRW-Landesregierung auf, die Beschlüsse einer neuen Bundesregierung abzuwarten und die unmittelbar bevorstehenden Rodungen im Hambacher Wald nicht mit aller Gewalt vorzunehmen.“

 

 

Das Zentrum für Mission und Ökumene ist Mitglied der Klima-Allianz und zudem Mitzeichner der Pressemitteilung.