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Artikel von klimaretter.info

Solarworld meldet Insolvenz an

11.05.2017 | Der einstige Branchenpionier der deutschen Solarwirtschaft ist pleite. Angesichts "fortschreitender Preisverwerfungen" und einer fehlenden "positiven Fortbestehensprognose" sehe sich der Vorstand gezwungen, einen Insolvenzantrag zu stellen, teilte die Solarworld AG am Mittwoch in Bonn mit. Für die Tochtergesellschaften werde die jeweilige Insolvenzantragspflicht geprüft.

Damit ist auch das letzte Rettungsprogramm des Konzerns gescheitert. Für 2016 hatte Solarworld ein Minus von 92 Millionen Euro vermeldet, dann jedoch im Februar angekündigt, mit einem Sparprogramm bis 2019 aus den roten Zahlen kommen zu wollen. Das beinhaltete unter anderem den Abbau von 400 Stellen – davon 300 in Deutschland – und sollte die Kosten des Konzerns um 20 Prozent senken. Zu diesem Zeitpunkt wollte der Konzern noch einen "mittleren zweistelligen Millionenbetrag" in den Ausbau und die Verbesserung der Produktpalette stecken.

Mit dem Insolvenzantrag von Solarworld setzt sich der Niedergang der für einige Jahre sehr erfolgreichen deutschen Solarindustrie fort. Noch 2010 verzeichnete Solarworld einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden. Binnen drei Jahren schrumpfte dieser jedoch auf ein Drittel. Bereits 2013 drohte dem Konzern die Insolvenz. Damals hatte Konzernchef Frank Asbeck die Pleite abgewendet, indem er sich mit den Gläubigern auf einen harten Schuldenschnitt einigte. Im Gegenzug für einen Verzicht auf 55 Prozent ihrer Ansprüche hatten diese Solarword-Aktien erhalten.

Ursache für die Krise der deutschen Solarindustrie ist der starke Preisverfall für multikristalline Solarmodule. Weltweit, vor allem jedoch in China, waren seit Mitte der 2000er Jahre die Produktionskapazitäten in diesem Sektor erheblich ausgeweitet worden. Zusätzlich hat Solarworld in den USA mit einer Klage des Siliziumlieferanten Hemlock zu kämpfen. Der US-Konzern hat Solarworld wegen nicht erfüllter Abnahmezusagen auf 720 Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Nachdem Hemlock damit in erster Instanz Erfolg hatte, war Solarworld in Berufung gegangen.