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Wasser, Wind und Sonne: Kohle in die Tonne!

03.12.2018 | Am vergangenen Samstag (01.12.2018) versammelten sich rund 36.000 Menschen in Berlin und Köln um gegen die zukünftige Kohleverstromung und für die schnelle Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens zu demonstrieren. Unter den Veranstaltern fanden sich namhafte Organisationen wie Greenpeace, der BUND, der NABU, Ende Gelände, WWF und die Klima-Allianz.

Foto: Sérgio Alves

Laute Musik, bunte Schilder, gutes Wetter. Die Demonstration in Berlin mutete in Teilen schon an eine Art Festival bei guter Laune an, doch das Statement der vielen Redner und beteiligten ist klar: Deutschland muss raus aus der Kohle! 

Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Vorreiterposition Deutschlands im Bereich der internationalen Klimapolitik. Viel mehr gilt auch auf nationaler Ebene, dass Deutschland sich an die eigenen Ziele und Versprechen hält und seinen Beitrag zum Klimaschutz schnellstmöglich leistet, um das 1,5° C noch irgendwie realistisch erreichen zu können. Seit vielen Jahren hängt die Regierung mit ihren Maßnahmen den eigenen Reden hinterher und läuft zunehmend Gefahr, die eigenen Ziele weit zu verfehlen. Ein großer Schritt in Richtung Zukunft wäre dabei der Bundesweite Verzicht auf Kohle als Energieträger, da besonders bei der Verbrennung des fossilen Trägers große Mengen CO2 in die Atmosphäre gelangen, die zuvor dem Kohlenstoffkreislauf vollkommen entnommen wurden. 

Der Demozug in Berlin, bestehend aus rund 16.000 Menschen, bewegte sich in einer kleinen Runde um den Bundestag und das Kanzleramt durch einige Gassen Berlins. Begleitet wurde der Zug von einigen Musikwagen und Trommlern, sowie von großen Luftballons mit der Aufschrift "Klima Retten" und "Kohle Stoppen", DAS Oberthema des Straßenzugs. Auf der Hauptbühne nahe des Bundestages fanden zudem kleine Konzerte und Reden von Engagierten statt, die abermals auf die Dringlichkeit des Ausstiegs eingingen und an unsere Verantwortung den zukünftigen Generationen gegenüber appellierten.

Während die Menschen auf der Straße mit Schildern und Flaggen "bewaffnet" waren, ging während der Veranstaltung der Gedanke herum, dass die Regierung ihrerseits ohne nennenswerte Ergebnisse in den Händen zur Klimakonferenz in Katowice fährt. Nachdem die Kohlekomission ihre Ergebnisse und den daraus resultierenden Bericht auf Februar verschoben hat, verliert Deutschland zunehmend seine Glaubwürdigkeit, tatsächlich ambitioniert für eine nachhaltige Zukunft zu kämpfen. 

Die Demonstranten, welche lauthals den "Ausstieg Jetzt" forderten, warten nun auf Erklärungen und Ergebnisse der COP24. Weitere Demonstrationen zum Thema sind bereits jetzt geplant. 

Lukas Wißmann 
Frewilliger bei der Infostelle Klimagerechtigkeit