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Tansania-Projekt Malya

  • Das Projekt in Tansania ist ein Kooperationsprojekt:

· Des Zentrums für Mission und Ökumene - Nordkirche Weltweit (ZMÖ)
· des Umwelt- und Klimaschutzbüros der Nordkirche
· der Evangelical lutheran church in Tanzania – East of Lake Victoria Diocese (ELCT-ELVD),
· und der FachHochschule Lübeck – Labor für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik

 

  • Rahmenbedingungen und Projektziel

Zurzeit baut die ELVD eine  Sekundarschule in Malya. Den Großteil der Finanzierung  tragen die Gemeinden in Mwanza. Zudem sind die anderen insgesamt 52 Gemeinden in der Diözese Shareholder der Schule. Nach und nach werden die Schulgebühren die Gehälter der Lehrer*innen tragen. Diese Schule für 600 Schülerinnen und Schüler soll am 1.1.2019 den Betrieb aufnehmen und als Profil nachhaltige Landwirtschaft haben. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist die Verbindung zwischen Theorie und Praxis nachhaltiger Landwirtschaft im Unterrichtsalltag. Die Schüler*innen lernen  Bewässerungslandwirtschaft mit erneuerbaren Energien, Permakultur, Fruchtbaum Plantage, Waldgärten und saisonalen Anbau in der Anwendung. Dies wird die Nachhaltige Entwicklung der Region, die Ernährungssicherheit und den Lebensstandard langfristig fördern. So soll die Sekundarschule durch die kommenden Absolvent*innen  mittelfristig in die Region ausstrahlen. Das Dorf Malya liegt im Distrikt Ngudu etwa 120 km südöstlich von Mwanza, der zweitgrößten Stadt Tansanias. Westlich des Dorfes verfügt die Diözese mit Sitz in Mwanza über eine 440 ha große Farm, auf deren Gelände auch die Sekundarschule entsteht. Die Landwirtschaftsfläche ist aufgeteilt in einen Akazienwald mit Bienenzucht,  eine  Fruchtbaumplantage, eine Permakulturfläche, eine Bewässerungslandwirtschaftsfläche sowie eine Fläche, die Saisonal für den Maisanbau/Reisanbau genutzt wird. Auf Grund des Klimawandels haben sich die Regenmuster geändert bzw. sind unverlässlich geworden. Deshalb ist eine Bewässerungswirtschaft, die den Grundwasserträger nicht übernutzt, wesentlich für eine nachhaltige Landwirtschaft dort vor Ort. Ziel dieses Projektes ist es, die Wasserbewirtschaftung auf der Farm zu verbessern und damit die Grundlagen für den praktischen Unterricht der Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Gleichzeitig kann somit die Landwirtschaft intensiviert werden. Insbesondere während der Trockenzeit soll mithilfe dieses Projektes zur Wasserbewirtschaftung der Beginn für eine nachhaltige flächendeckende Nutzung des Farmgeländes geschaffen werden, sowie eine verlässliche Trinkwasserversorgung der Schule und der lokalen Bevölkerung gewährleistet werden.

 

Ausgangslage

Im November 2017 waren zwei Mitarbeiter des Labors für Siedlungswasserwirtschaft (SIWAWI) auf Anfrage der Diözese für zwei Wochen in Mwanza sowie auf der Farm in Malya und haben gemeinsam mit deren Mitarbeiter*innen in einer ersten Felduntersuchung Daten erhoben, die Farm besichtigt und ein Wasserbewirtschaftungskonzept erarbeitet. Es wurden u. a. Wasserproben aus einem schon vorhandenen Brunnen auf der Farm genommen und in Mwanza analysiert, Windmessungen für eine Windpumpe, erste Bodenanalysen, Vermessungsarbeiten zur Beurteilung der Gefällesituation sowie Gespräche mit dem Farmmanager und anderen Anwohnern zum Austausch von Erfahrungen durchgeführt.

 

Bewässerungssystem

Das geplante Bewässerungssystem wird über einen schon vorhandenen Brunnen im Zentrum des Farmgeländes gespeist, der derzeit noch mithilfe einer Handpumpe genutzt wird. Im Zuge des Umbaus wird eine entsprechend leistungsstarke Solarpumpe installiert, die über eine etwa 500 m lange Druckrohrleitung einen 200 m³ fassenden Tank füllt. Ausgehend von dem Wassertank werden Leitungen zu öffentlichen Wasserzapfstellen (als Ersatz für die Handpumpe am derzeit vorhandenen Brunnen) verlegt und zusätzlich wird das Wasser von dort über das Bewässerungssystem verteilt, um so die Bewässerung der landwirtschaftlich genutzten Flächen sicher zu stellen. Für die Förderung von Grundwasser zur Bewässerung der Felder wird der schon vorhandene Brunnen im Zentrum des Farmgeländes genutzt. Die Förderpumpe in dem Brunnen ist als Solarpumpe geplant. Ein Speicherbecken dient als Verteilerstation. Von hier aus wird das Wasser an mehrere öffentliche Zapfstellen geleitet und in das Bewässerungssystem für die Bewässerung der Felder. Zur Bewässerung der Felder wird ein Tröpfchenbewässerungssysteme benutzt. Dies reduzieren die Wasserverluste bei der Bewässerung gegenüber herkömmlichen Bewässerungsmethoden erheblich. Das Dach des Schulgebäudes wird außerdem zum Sammeln von Regenwasser benutzt, das dann in den Regenwasserspeichern der Schule als Brauchwasser zur Verfügung steht.

Perspektivisch – Flächendeckende Wasserbewirtschaftung der Farm

  • · Weitere Brunnen z.B. im Norden der Farm für die Bewässerung
  • · Bau eines weiteren Speichers
  • · Ausbau des Leitungsnetzes, Verbindung mit anderen Teilsystemen
  • · Optimierung der ganzheitlichen Bewirtschaftung in Zusammenarbeit mit der Schule auf dem Gelände 
  • · Optimierung der Bewässerung
  • · Umsetzung einer nachhaltigen Landwirtschaft
  • · Rückführung der entzogenen Nährstoffe aus dem Boden
  • · Entwicklung eines ganzheitlichen Bewirtschaftungsansatzes.

Das Projekt wird gefördert von: